koZe-Solidarität: Flashmob bei Finanzbehörde & HBK

Heute Vormittag, am 01. April 2015, haben solidarische Freund_innen des neuen Projekts „Kollektives Zentrum“ (koZe) aus dem Münzviertel mit einem Solidarische Raumnahme-Flashmob in der Kantine der Finanzbehörde und beim Privatinvestor Hanseatische BauKonzept (HBK) protestiert. Damit wurde auf die Aussage der Finanzbehörde reagiert, städtischen Leerstand nicht offenlegen zu wollen. Auch der HBK wurde gezeigt, dass das Abstellen von Heizung und Warmwasser im koZe bei laufenden Mietverhältnis, ohne Vorankündigung und aus fadenscheinigen Gründen nicht akzeptiert wird.

Mit Partystimmung, buntem Konfetti und Sprechchören tanzten einige verkleidete Freund_innen des neuen kollektiven Zentrums durch die Kantine der Finanzbehörde und statt in einfach vor den Büroräumen der HBK, denn diese hielt die Türen verschreckt geschlossen. Bei guter Stimmung wurde der reibungslose Arbeitsablauf der Leerstandsmanager_innen so für einige Zeit erfolgreich unterbrochen.

Den unerwarteten Besuch hat die Finanzbehörde ihrer Weigerung zu verdanken, über öffentlichen Leerstand Auskunft zu geben (s. Taz 24.03.2015). Wenn diese die Räume lieber geheim hält und leerstehen lässt, statt sie gemeinnützigen Initiativen zur Verfügung zu stellen, dann nutzen Aktivist_innen eben die Räume der Behörde für ihre Aktivitäten.

Das Abstellen von Heizung und Warmwasser ohne vorherige Mitteilung und in einem laufenden Mietverhältnis durch die HBK ist als klare Provokation an die Nutzer_innen des kollektiven Zentrums zu verstehen. Dass auch diese Frechheit nicht unbeantwortet bleibt, erfuhren die überraschten Immobilienspekulant_innen der HBK am Mittag. Die Büro-Party wurde zwar nicht ins Büro gelassen, auf dem Flur wurde trotzdem deutlich gemacht, dass weitere Provokationen, eine Kündigung oder gar Räumung des koZe keine Option sind.

Populistische Äußerungen von der Sprecherin der Finanzbehörde, Anja Fischer, dass Hausbesetzungen angeblich die Innere Sicherheit und Leib und Leben von Ordnungskräften gefährden würden, weisen wir bestimmt zurück. Solche Aussagen führen zu einer Kriminalisierung und Delegitimierung von Aktionen, die sich für soziale Projekte und Menschen einsetzen, die Arbeits- und Wohnraum brauchen.

Den städtischen Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), als Vertreter der Finanzbehörde derzeit Verkäufer des Schulgeländes rund ums koZe, und den Privatinvestor HBK eint, dass sie in ihren neoliberalen Immobilienmanagementkonzepten keinen Raum für soziale Zentren und Selbstverwaltung haben. Dennoch ist klar, dass sich in dieser Stadt auch zukünftig Räume angeeignet werden, wo Bedarf besteht. Leerstand gibt’s genug.

Freund_innen des kollektiven Zentrums im Münzviertel 01. April 2015