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Solidarische Raumnahme – (leider) immer aktuell!

Viele Themen harren einer Lösung. Daher braucht es Solidarische Raumnahme!

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www.das-gaengeviertel.info    www.verfuege.de

www.borribles.blogsport.eu

www.koze.in   www.feldbunker.blogsport.eu

Am 30.01.2015 fragten wir beim großen Raumnahme-Happening im Münzviertel Dutzende Menschen “Warum braucht es die Solidarische Raumnahme?”

Hier einige der Antworten:

  • damit solidarische Projekte nicht noch für ihre Arbeit zahlen müssen.

  • damit Kultur, Wohnen und unsere Stadtpolitik nicht am fehlenden Geld scheitern.

  • weil wir DA sind! Weil alles andere unsolidarisch ist.

  • weil es cool ist. Darum BÄM.

  • weil es auf dem unsolidarischen Wohnungsmarkt und öffentlichen Raum keine Freiräume gibt.

  • gegen kapitalistische Stadtentwicklung.

  • um selbstorganisierte Räume zu halten und zu bekommen.

  • um sich zu vernetzen.

  • ist cool.

  • Lebensqualität.

  • weil wir keine horrenden Mietpreise wollen.

  • weil solidarische RaumGabe nicht funktioniert.

  • für ein vielfältiges Kulturleben.

  • weil die Stadt allen gehört.

  • wegen Scholz.

 

Rettet die Gänge!

Jetzt unterzeichnen:

http://das-gaengeviertel.info/nc/b/soli.html

Für ein selbstverwaltetes Gängeviertel!

Kunst und Kultur brauchen Freiraum und Selbstbestimmung! Im Gängeviertel werden nach diesem Prinzip seit über fünf Jahren Tausende Konzerte, Ausstellungen und Lesungen von und für die Bewohner Hamburgs organisiert. Hier hat die Kombination aus günstigen Räumen und ehrenamtlicher Arbeit einen einzigartigen Möglichkeitsraum geschaffen, der weit über die Grenzen Hamburgs bekannt wurde und den die UNESCO als Ort kultureller Vielfalt ausgezeichnet hat – hier wurde vieles entwickelt und ausprobiert, was unter anderen Bedingungen niemals möglich gewesen wäre.

Um diesen Möglichkeitsraum zu erhalten und zu sichern, braucht das Kollektiv des Gängeviertels Sicherheit, Selbstbestimmung und Handlungsräume. Die Chance auf einen einmaligen, offenen Ort im Zentrum von Hamburg darf nicht von den Zwängen der Bürokratie und der Logik der Verwertbarkeit zu Nichte gemacht werden! Das Viertel muss von jenen verwaltet werden, die es gerettet haben, es seit Jahren mit Leben füllen und die ganz genau wissen, was für ein wunderbarer und einzigartiger Ort hier entstanden ist.

Wir, Projekte, Kunst- und Kulturschaffende, stadtpolitisch Aktive, Musiker und Freunde des Gängeviertels stellen uns hinter das Projekt und fordern die Stadt Hamburg auf, gemeinsam mit der Initiative eine selbstverwaltete Lösung im Rahmen der Gängeviertel Genossenschaft 2010 eG (http://gaengeviertel-eg.de) zu ermöglichen.

Mehr Infos gibt es im Sondernewsletter:
http://das-gaengeviertel.info/neues/details/article/es-geht-ums-ganze.html

koZe verteidigen – Aktionstage 20.-25.Mai

Aus der Ankündigung des koZe:

Das koZe gehört allen
Das koZe (kollektive Zentrum) in der Norderstraße 65 gibt es etwa seit einem halben Jahr. Die jahrelange Hartnäckigkeit der Initiativen und Bewohner_innen des Münzviertels bei den zuständigen Behörden haben den Weg zu einer Zwischennutzung des Gebäudes bereitet. Nachdem diese Bemühungen jedoch immer wieder an faulen Ausreden des LIG (Landesbetrieb für Immobilienmanagement und Grundvermögen) scheiterten, solidarisierten sich Besetzer_innen aus ganz Hamburg, indem sie am 12.07.2014 die Gehörlosenschule für einen Tag in ihren Besitz nahmen. Trotz einer Räumung war der Druck auf den LIG so groß, dass er sich den Forderungen der Nachbarschaftsinitiativen nicht mehr verweigern konnte. Am 11.09.2014 konnten die Food-Coop Tante Münze sowie die Fahrradselbsthilfewerkstatt Radküche als erste Projekte in die ehemalige KiTa einziehen.

Mit dem Fuß in der KiTA und dem Blick auf die Schule
Seitdem ist viel passiert. Die Räume füllten sich so schnell, dass die ursprünglich zugelassenen 70 m² nach ein bis zwei Monaten nicht mehr ausreichten. Da alle weiteren Versuche, Zwischennutzungen für den Rest des Hauses im Sande verliefen, wurden auch die beiden oberen Stockwerke in Beschlag genommen. Alles andere wäre absurd gewesen.
Nach wie vor erhalten wir wöchentlich an die fünf Raumanfragen, das Haus und der Kalender sind voll bis zum Rand, während wir immer noch auf die seit Jahren leerstehenden Schulgebäude blicken müssen. Der unkommerzielle Raumbedarf in Hamburg ist und bleibt riesig. Anstatt aber den enormen Leerstand in Hamburg zu verbieten und für selbstorganisierte Projekte zu öffnen, weigert sich der Senat, städtisch ungenutze Gebäude im Rahmen des Transparenzgesetzes öffentlich bekannt zu geben. Mensch könnte ja auf unerwünschte Gedanken kommen…
Aber wir wissen: Tausende Menschen leben auf der Straße, Flüchtlinge in überfüllten Massenunterkünften und wir alle in den überteuerten Wohnungen des Hamburger Immobilienmarktes. Wir sind solidarisch mit allen Hausbesetzungen, Freiräumen und Projekten, die diese Verhältnisse in ihrem täglichen Kampf angreifen!

Kein Abriss, kein Neubau!
Am 01.04.2015 wurde das ehemals der Finanzbehörde und damit der Stadt und uns allen gehörende Gelände in einem undurchsichtigen Prozess an einen privaten Investoren (HBK/Hanseatische BauKonzept) verkauft. Der vermeintliche Bürgerbeteiligungsprozess bei der Entwicklung des neuen Bauvorhabens verlief nach Ansicht der Bewohner_innen alles andere als positiv. Anstelle dringend benötigter Grünflächen, integrativer und gemeinschaftlicher Wohnräume und des koZe sollen unsoziale Einzimmer-Studierendenappartments für 500 Euro/Monat und dutzende Kleinwohnungen entstehen, die bei hoher Mieter_innenfluktuation hohe Profite versprechen. Hier zeigt sich, womit in Hamburg gutes Geld zu verdienen ist. Äußerst lukrativ waren mit Sicherheit auch der Bau des Polizeikomissariats sowie die Erweiterung des Bezirksamtes mit Bürgersaal in Wandsbek.
Dieser Filz zwischen Investoreninteressen und Stadtpolitik ist uns längst zuwider.
Wir sind gegen den Verkauf, den Abriss und den geplanten Neubau!
Wir zahlen der neuen Besitzerin HBK, die sich gerne als sozial und hanseatisch-anständig präsentiert, unsere Nebenkosten und sonst nix!

koZe verteidigen!
Wir gehen davon aus, dass die HBK uns in Kürze loswerden will. Warmwasser und Heizungsanlage wurden trotz gültigem Vertrag bereits abgestellt. Es wird ungemütlich und der Ton wird schärfer.
Egal!
Unsere Pläne sind nachhaltiger und besser. Orte wie das koZe verdeutlichen schnell, wie Menschen zusammen agieren können. Solidarisch, emanzipatorisch und voneinander lernend.
Nun ist es an der Zeit, sich in größerem Rahmen zusammenzuschließen und eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Es geht uns dabei natürlich um den Erhalt des koZe. Es geht uns aber auch um Prozesse, die in der Lage sind, sich den Herausforderungen der heutigen Zeit zu stellen. Das ist nicht erwünscht, aber bitter nötig!

Ohne uns einschüchtern zu lassen, organisieren wir zwischen dem 20sten und 25sten Mai kollektive und überregionale Aktionstage. Um diese noch größer planen zu können, laden wir ein zur stadtweiten, Gruppen und Projekte übergreifenden VV am 20.04.2015 im koZe.

Bringt Eure eigenen Infos und Inhalte mit. Wir brauchen Eure Ideen und eure Unterstützung!

Senat verweigert Auskunft über Leerstand in städtischem Besitz

Reaktion der autonomen Freund_innen des kollektiven Zentrums auf den Artikel „Transparenz? Lieber nicht!“, erschienen in der taz am 24.3.2015 (http://www.taz.de/Senat-haelt-Daten-zurueck/!157032/):

“Der hamburger Senat lehnt die Veröffentlichung leerstehender öffentlicher Gebäude ab, mit dem Verweis auf die Gefahr für die innere Sicherheit durch Hausbesetzungen. Diese Behauptung wird unterlegt mit den mehr als 25 Jahre zurückliegenden Erfahrungen mit der Roten Flora und der Hafenstraße. Und – an dieser Stelle lohnt es sich, ob der Aktualität einzuhaken – die vorrübergehende Besetzung des alten Schulgebäudes im Münzviertel vom Sommer 2014, bei der Gewalt lediglich aber nicht unwesentlich in Form von Pfefferspray- und Schlagstockeinsatz der Polizei ausging.

Wir fühlen uns zwar geschmeichelt, in einer Reihe mit diesen beiden großartigen Besetzungen der 80er Jahre zu stehen und hoffen, daraus ein ähnlich langfristiges Bestehen ableiten zu können. Dennoch wollen wir deutlich davon Abstand nehmen, der Politik als Ausrede zu dienen für die Nicht-Ausübung ihrer Pflichten, wie zum Beispiel der Informationstransparenz gegenüber Bewohner_innen Hamburgs. Wir müssen – der Argumentation Anja Fischers folgend – davon ausgehen, dass sowohl die Finanzbehörde als auch der hamburger Senat die „innere Sicherheit“ am ehesten durch unwissende und damit handlungsunfähig gemachte Bürger_innen gewährleistet sieht. Erneut stehen wir beeindruckt vor der Schamlosigkeit und Dummheit der hamburger Behörden, die nicht einmal mehr zu vertuschen versuchen, wie uns alle entmündigen und für dumm verkaufen, indem sie bestehende Wissenshierarchien aufrecht erhalten.

Wir rufen dazu auf, sich durch solch medienwirksame und populistische Anspielungen, wie auf die angebliche Gefährdung von Leib und Leben von Ordnungskräften, nicht blenden zu lassen.

Fakt ist, dass eine Gefahr für Leib und Leben besteht. Und diese ist ganz konkret. Das koZe befindet sich in direkter Nachbarschaft zu drei komplett leerstehenden, komplett beheizten und mit Strom und Wasser versorgten ehemaligen Schulgebäuden. Auf der anderen Straßenseite stehen ganzjährig Menschen vor der stets überfüllten Obdachlosenstätte Herz-As an. Hier werden Menschen willentlich und wissentlich dem Erfrierungstod auf der Straße überlassen. Somit geht in unseren Augen vom städtischen Umgang mit Leerstand eine Gefahr für Leib und Leben aus. In Anbetracht dieser Zustände verstehen wir rechtswidrige Handlungen und Ausschreitungen nicht nur als erklärbar, sondern auch als notwendig. Unter den bestehenden – vom hamburger Senat selbst herbeigeführten – Verhältnissen wird Widerstand zur Pflicht.

Achso, noch ein freundlicher Hinweis an die Behörden: Wir sehen die leeren Häuser in dieser Stadt, wir sehen, wie ihr über Monate Licht und Heizung an lasst. Dazu brauchen wir weder eure Offenlegungen noch scheinheilige ökologische Argumente.”

Quelle: http://de.indymedia.org/node/4004

 

 

koZe-Solidarität: Flashmob bei Finanzbehörde & HBK

Heute Vormittag, am 01. April 2015, haben solidarische Freund_innen des neuen Projekts „Kollektives Zentrum“ (koZe) aus dem Münzviertel mit einem Solidarische Raumnahme-Flashmob in der Kantine der Finanzbehörde und beim Privatinvestor Hanseatische BauKonzept (HBK) protestiert. Damit wurde auf die Aussage der Finanzbehörde reagiert, städtischen Leerstand nicht offenlegen zu wollen. Auch der HBK wurde gezeigt, dass das Abstellen von Heizung und Warmwasser im koZe bei laufenden Mietverhältnis, ohne Vorankündigung und aus fadenscheinigen Gründen nicht akzeptiert wird.

Mit Partystimmung, buntem Konfetti und Sprechchören tanzten einige verkleidete Freund_innen des neuen kollektiven Zentrums durch die Kantine der Finanzbehörde und statt in einfach vor den Büroräumen der HBK, denn diese hielt die Türen verschreckt geschlossen. Bei guter Stimmung wurde der reibungslose Arbeitsablauf der Leerstandsmanager_innen so für einige Zeit erfolgreich unterbrochen.

Den unerwarteten Besuch hat die Finanzbehörde ihrer Weigerung zu verdanken, über öffentlichen Leerstand Auskunft zu geben (s. Taz 24.03.2015). Wenn diese die Räume lieber geheim hält und leerstehen lässt, statt sie gemeinnützigen Initiativen zur Verfügung zu stellen, dann nutzen Aktivist_innen eben die Räume der Behörde für ihre Aktivitäten.

Das Abstellen von Heizung und Warmwasser ohne vorherige Mitteilung und in einem laufenden Mietverhältnis durch die HBK ist als klare Provokation an die Nutzer_innen des kollektiven Zentrums zu verstehen. Dass auch diese Frechheit nicht unbeantwortet bleibt, erfuhren die überraschten Immobilienspekulant_innen der HBK am Mittag. Die Büro-Party wurde zwar nicht ins Büro gelassen, auf dem Flur wurde trotzdem deutlich gemacht, dass weitere Provokationen, eine Kündigung oder gar Räumung des koZe keine Option sind.

Populistische Äußerungen von der Sprecherin der Finanzbehörde, Anja Fischer, dass Hausbesetzungen angeblich die Innere Sicherheit und Leib und Leben von Ordnungskräften gefährden würden, weisen wir bestimmt zurück. Solche Aussagen führen zu einer Kriminalisierung und Delegitimierung von Aktionen, die sich für soziale Projekte und Menschen einsetzen, die Arbeits- und Wohnraum brauchen.

Den städtischen Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), als Vertreter der Finanzbehörde derzeit Verkäufer des Schulgeländes rund ums koZe, und den Privatinvestor HBK eint, dass sie in ihren neoliberalen Immobilienmanagementkonzepten keinen Raum für soziale Zentren und Selbstverwaltung haben. Dennoch ist klar, dass sich in dieser Stadt auch zukünftig Räume angeeignet werden, wo Bedarf besteht. Leerstand gibt’s genug.

Freund_innen des kollektiven Zentrums im Münzviertel 01. April 2015

Kampagne: the freaks are alright

the freaks are alright

Endlose Kampagne für Verschiedenes

Am St. Pauli- Hafenrand ranken sich die Gräber der Investoren. Wer bist du, dass du glaubst uns kaufen zu können? Denk’ mal darüber nach, mit wem du dich hier anlegen willst. Glaubst du wirklich, du kannst dich mit einer tickenden Parkuhr messen? Vielleicht darfst du hier nicht mal dein Auto abstellen. Hier bei uns. Wobei, gibt es uns überhaupt? Sind wir ein sich herum streitendes Kollektiv oder ein gewiefter Hühnerhaufen? Auf jeden Fall sind wir ganz Viele mit ganz vielen, ganz diversen Anliegen, vollkommen uneins und hierbei besonders einig: Wir sind struppige Hafenköter, wir sind hier drin, wir sind Pudel, wir sind Park Fiction. Und wir sind auch Floristen, Raumnehmer, tanken ESSO und können jederzeit in die Gänge kommen! Unserer Jahrzehnte alter, weit geöffneter Parkplatz ist unsere Ritterburg, unsere Festung, unser Raumschiff, unser glibberiger Schleimklumpen- ja, irgendwie ist der Pudel für Jede und Jeden etwas anderes und das wissen wir ganz genau: Uns gibt es und du (als Investor) darfst hier nicht parken. Wer uns kaufen will, muss Hundefutti mögen. Wer uns fressen, will wird sich die Verdauung verderben. Ihr glaubt ihr könnt stolze Freaks abschaffen, sie schnöde wegkaufen oder in einer eurer kultigen Marken umwandeln? Pustekuchen! Unsere bedrohte Haltung wird sich mit eurer eigenen Investoren- Magensäure mischen. Dagegen sind Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lehman Brother- Pleite ein süßer, kleiner Schnupfen! HEY! Komm doch lieber mal vorbei. Du kannst dich hier weiterhin inspirieren lassen, oder dich zu Free-Jazz-Musik besaufen. Dann wirst du herausfinden, ob man uns ersetzen kann. Kreditkartenzahlung gildet aber weiterhin nicht. Herein spaziert! Der Golden Pudel Klub wehrt sich mit allen Solidarischen gegen einen drohenden Einkauf (per erzwungener Teilungsversteigerung) und wird mit einer endlosen Kampagne „the freaks are alright“ einen der letzten, bitter nötigen „offenen Orte“ auf St. Pauli und anderswo, behaupten. Geplant sind monströse Prozessionen, überregionale Kunstaktionen, seriös durchgerechnete Gelddruckverfahren, eventuelle Platzverweise und diverse Feierlichkeiten mit ganz viel selbstbewusster, leckerer FreaKassee.

Raumnahme zu Ostern – Hoffest in Gängeviertel und koZe

Nach der (mittlerweile rückgängig gemachten) Abstellung der Heizung und des Warmwassers und einigem Stress mit dem neuen Eigentümer richtet sich das kollektive Zentrum im Münzviertel auf eine kämpferische und fröhliche Zukunft ein.

(https://linksunten.indymedia.org/de/node/138694)

Am Ostersamstag, den 04.04.2015, wird ab dem frühen Nachmittag ein großes Hoffest in der Norderstraße 65 gefeiert.

Beete bepflanzen, Musik vom Plattenteller, Hüpfburg, Grafittiwand, Kaffee, Vokü/Küfa im Freien, Bierbrauworkshop, Siebdruck, Infoveranstaltungen, Konzert, Openair-Kino und vieles mehr.

Kommt alle und bringt Eure Freunde mit!

http://koze.in/

 

Auch im Gängeviertel geht es seit Kurzem wieder ums Ganze. Die AktivistInnen sehen sich von der Stadt hintergangen und haben nun einen vorläufigen Planungsstopp für das weitere Sanierungserfahren durchgesetzt.

Ausführlich dazu siehe: http://das-gaengeviertel.info/neues/details/article/es-geht-ums-ganze.html

Die Lebendigkeit und Widerständigkeit des bereits entstandenen Möglichkeitsraums Gängeviertel können am Osterwochenende mit einem vielseitigen Programm erlebt werden. (Für Programmdetails auf die Grafik klicken.)

 

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Raumnahme-Happening 30.01.15

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Die Solidarische Raumnahme lädt zum großen
"Raumnahme-Happening" ins Münzviertel!

Es erwartet Euch ein buntes Programm aus spaßigen, interaktiven und
konkreten Raumnahme-Tools u.a. mit Überraschungskonzert, Quiz und Action.

Wo: im/am koZe (kollektives Zentrum) Norderstr. 65, Münzviertel
Wann: Freitag, 30.1.2015, 19.00 Uhr (pünktlich!)

Um zahlreiches Erscheinen und Weiterverbreiten wird gebeten.

Wir freuen uns auf ein vielseitiges und öffentlichkeitswirksames
Happening als Auftakt und Ausblick auf weitere Aktionen!

8.12.14 Raumnahme im Bezirksausschuss!

Am 06.11.2014 sollte der Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung des Bezirks Mitte über eine Empfehlung des Quartiersbeirat Münzviertel entscheiden. Die Empfehlung, die den Mitgliedern des Ausschusses vorlag und in der Tagesordnung für die Sitzung vermerkt war, sieht eine Solidarisierung mit den BesetzerInnen der ehemaligen Gehörlosenschule im Münzviertel vor und fordert Straffreiheit.

Um uns dieser Forderung anzuschließen und „Nebenkosten und sonst Nichts!“ für soziokulturelle und politische Freiräume zu fordern, besuchte die Kampagne Solidarische Raumnahme bereits am 06.11. den Bezirksausschuss mit ca. 40 AktivistInnen. Wie durch ein Wunder verschwand jedoch die Empfehlungsvorlage des Quartiersbeirats Münzviertel, in der auch eine deutliche Kritik am Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (Millerntorplatz 1) und seiner Politik formuliert war, von der Tagesordnung und eine Abstimmung durch die Ausschussmitglieder wurde so verhindert.

Aus diesem Grund besuchten wir am Montag 08.12. erneut mit ca. 40 Menschen den Bezirksausschuss, um unsere Stimme zu erheben.

Wie zu erwarten war nutzten die Abgeordneten diese einmalige Chance für sinnvolle politische Entscheidungen nicht, sondern weigerten sich, mit Ausnahme der Abgeordneten der Linkspartei, über die Empfehlung des Quartiersbeirats abzustimmen.

Noch bevor irgendein Gericht die anhängigen Verfahren wegen der Besetzung beurteilt hat, definierten die Abgeordneten (in völliger Verkennung ihrer Funktion und Kompetenz als Legislative) die Aktion als illegal und begründeten damit ihre Verweigerungshaltung. Die Mitglieder des Bezirksausschuss hatten also noch nicht einmal den Mumm, ihre politische Haltung einzugestehen und offen gegen den Antrag zu stimmen.

Wir haben deshalb noch vor Ort lautstark mit Transparenten und Sprechchören gegen diese fragwürdige Haltung demonstriert. Wir werden nicht ruhen, bis in dieser Stadt Menschen, die Freiräume für selbstverwaltete Kultur, Politik und Wohnen gegen die Profitinteressen von Regierung, Bütteln und Privatwirtschaft erkämpfen, nicht mehr verfolgt werden.

Schluß mit Mieten- und Profitzwang! Nebenkosten und sonst Nichts! Solidarität mit allen Betroffenen der Repression! Freiheit für Jakob!

Aus der Empfehlungsvorlage des Quartiersbeirats Münzviertel vom 09.10.2014:

Die Mittel auf dem formellen Weg eine Zwischennutzung für das Quartier Münzviertel zu erreichen waren wieder einmal ausgeschöpft und blieben erfolglos. Deshalb ist die friedliche Besetzung der Gehörlosenschule am Schultzweg vom 12.07.2014 die konsequente und politisch logische Handlung aus dem bürger- und gemeinwesenfeindlichen Verhalten der Behörden.

Obwohl es sich um ein leerstehendes öffentliches Gebäude handelt, dass dem Gemeinwesen gehört, wurde dabei vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) unter allen Umständen versucht eine Zwischennutzung für Gemeinwesenarbeit zu verhindern.

Dabei wurden Anträge zurückgehalten, politische Gremien und Bürger_innen bewusst getäuscht, belogen und ignoriert. Der Quartiersbeirat Münzviertel solidarisiert sich deshalb ausdrücklich mit den Besetzer_innen der ehemaligen Gehörlosenschule am Schultzweg vom 12.07.2014 und fordert Straffreiheit.“

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30% Leerstand bei Luxusimmobilien – Neue Möglichkeitsräume in der Hafencity?

Das Managermagazin fordert das zwar nicht, liefert aber einige interessante, wenn auch nicht überraschende Erkenntnisse zu den Folgen der gewinnorientierten Immobilienpolitik u.a. des Hamburger Senats. Lest selbst:

(Redigierter Artikel. Der ganze Artikel ist nachzulesen unter http://www.manager-magazin.de/immobilien/artikel/immobilieninvestments-kapitalanleger-leiden-unter-neuer-stadtflucht-a-1006322.html)

Kapitalanleger haben in den vergangenen Jahren viel Geld in Luxuswohnungen in Großstädten investiert. Jetzt stehen die Objekte immer öfter leer – denn immer mehr einkommensstarke Haushalte kehren den Metropolen den Rücken, um in deren Speckgürtel zu ziehen.

“16 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete – das können sich nur wenige leisten”.

“Viele Kapitalanleger erfahren gerade schmerzlich, dass die Nachfrage nach teuren Luxusmietwohnungen geringer ist als gedacht”, sagt Thomas Beyerle, Chefresearcher der Immobilienberatungsgesellschaft Catella.

Ein Grund dafür ist die neue Stadtflucht: Immer mehr Angehörige der einkommensstarken Altersgruppe der 31- bis 55-Jährigen ziehen aus Deutschlands Metropolen in deren Speckgürtel, um dort Eigenheime mit Garten zu erwerben oder große Wohnungen anzumieten. Welche Dynamik diese Entwicklung hat, zeigt eine neue Studie der Hamburger Immobilienberatungsgesellschaft Analyse & Konzepte am Beispiel der Wanderungsbewegung von und nach Berlin, Frankfurt am Main und Hamburg.

Auf den ersten Blick zeichnen die Zahlen das bekannte Bild der wachsenden Großstädte: Die Bundeshauptstadt verbuchte danach allein 2013 ein Plus von 48.500 neuen Einwohnern, die Mainmetropole wuchs um immerhin 11.800 Bewohner, die Hansestadt um 19.200 Neubürger.

Ein zweiter Blick zeigt jedoch, dass das Wachstum besonders stark von einer einzigen Altersgruppe getragen wird. “In allen drei Städten kommt der Wanderungsüberschuss vor allem durch die Gruppe der 18- bis 30-Jährigen zustande”, sagt Jens Oelgemöller, Spezialist für Wohnungsmarkt- und Standortfragen bei der Beratungsgesellschaft. “Dies sind vor allem Studierende und Berufseinsteiger – also Personen, die tendenziell über keine hohen Einkünfte verfügen.”

Die Studie zeigt auch, dass die Großstädte immer mehr Einwohner an ihre Speckgürtel verlieren. Berlin verlor danach im vergangenen Jahr 6500 Einwohner an das Umland, Frankfurt 3100 Menschen, Hamburg sogar 7200 Einwohner.

“In den vergangenen Jahren wurden in den Metropolen fast ausschließlich Luxuswohnungen, aber kaum familiengerechte Häuser und Wohnungen geschaffen.” Auch Günter Vornholz, Immobilienökonom an der EBZ Business School in Bochum, erwartet, dass die Stadtflucht noch an Dynamik gewinnen wird.

Doch nicht nur für Familien, die Eigentum erwerben wollen, wird das Umland immer attraktiver, sondern auch für Mieter. So schlägt die durchschnittliche Nettokaltmiete für Neubauten in der Hansestadt mit 12,86 Euro pro Quadratmeter und Monat zu Buche, während es in den Umlandkreisen im Schnitt nur 9,08 Euro sind – eine Differenz von stattlichen 41 Prozent.

Ähnlich ist die Situation auch in anderen Großstädten. Dies liegt vor allem daran, dass der Großteil der neuen Wohnungen nicht von Wohnungsunternehmen, sondern Bauträgern und Projektentwicklern errichtet werden. Besonders ausgeprägt ist dies in der Bundeshauptstadt, wo nach der Erhebung von Analyse & Konzepte “mehr als 90 Prozent der neuen Wohnungen von Projektentwicklern und privaten Bauherren erstellt” werden.

Das sorgt in den Großstädten nun dafür, dass das Angebot an Luxuswohnungen inzwischen den Bedarf übersteigt, während gleichzeitig bezahlbarer Wohnraum für solvente Mittelstandsfamilien knapp ist. Nicht nur im Hamburger Katharinenviertel, auch in neuen Quartieren in anderen Großstädten seien zum Teil mehr als 30 Prozent der hochpreisigen neuen Wohnungen unvermietet, sagt Beyerle.

Verlierer der Stadtflucht sind auch die Metropolen selbst. Für sie bedeutet der Fortzug der einkommensstarken Haushalte in die Speckgürtel einen schleichenden Verlust an Kaufkraft und an Einkommensteueraufkommen.

Bereits im vergangenen Jahr lag die Kaufkraft der Einwohner in den drei direkt an die Hansestadt grenzenden Kreisen Harburg, Pinneberg und Stormarn “über dem Hamburger Durchschnitt von 24.131 Euro”, sagt Matthias Klupp, Mitglied der Geschäftsleitung bei Analyse & Konzepte. Für Immobilienökonom Vornholz ist klar: “Wollen die Großstädte kein Steueraufkommen verlieren, müssen sie in ihrer Wohnungspolitik sehr viel mehr tun, um die Familien zu halten.”